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Geschichte


Bösingen grenzt an die Flüsse Saane im Nordwesten und der Sense im Nordosten. Die beiden Flüsse haben seit je her die Siedlung auf der Anhöhe gegenüber dem Schloss Laupen markiert und schon in vorchristlicher Zeit Siedler auf dieses fruchtbare Hochplateau gelockt.
Dorfplatz
In der ersten schriftlichen Erwähnung 1228 im Verzeichnis der Pfarreien des Bistums Genf erscheint Bösingen in der romanischen Form Basens. Später wurde dieser Name zu Besingen verdeutscht und dann zu Bösingen. Die Annahme, dass die Siedlung zur Römerzeit „Bassiniacum“ geheissen hat, wurde 1997 widerlegt. 1855 begann die Post ohne wichtigen Grund den Namen Grossbösingen einzuführen; gegen den Willen von Bösingen. Erst am 29. August 1962 wurde dies durch Beschluss des Bundesrates wieder rückgängig gemacht.
Bösingen verfügt über eine reiche Geschichte. Bedeutende Funde zeugen von einem prächtigen römischen Gutshof (ca. 200 n. Chr.). Er stand an der Stelle, wo die heutige Kirche von weit her zu sehen ist und hatte eine Ausdehnung über den ganzen aktuellen Dorfkern bis über die heutigen Schulhäuser hinaus. Die ältesten entdeckten Funde stammen aus der Hallstattzeit (Bodenholz). Lange bevor die Römer das Gebiet besiedelten, gab es demnach Menschen in diesem Raum. Nach der Römerzeit wurde die ganze Gegend ein Teil des Hochburgundischen Königreiches. Ungefähr um das Jahr 935, so erzählt eine Überlieferung, liessen König Rudolf und Königin Bertha am Platz der heutigen Käserei, die St. Syruskirche bauen, die 1890 abgebrochen wurde. Diese Königsfamilie hat auf der andern Seite der Sense im Jahre 930 das Schloss Laupen zum Schutze des Reiches gegen Osten erbaut.
Neben der St. Syruskirche erstellte bereits im Jahre 1250 das Deutschherrenordensstift aus Köniz eine zweite Kirche, die Jakobs-Kirche. Der Sporn und Aussichtsplatz Bösingen bestand lange Zeit aus diesen beiden Kirchen, dem Pfarrhaus und ein bis zwei Bauernhäusern. Viel wichtiger war zur damaligen Zeit die Siedlung Unterbösingen unterhalb der Kirchen. Dort wurden für 1447 zehn Familien mit total 35 Personen nachgewiesen. Das Dorfleben spielte sich somit vorwiegend in Niederbösingen, dem heutigen Unterbösingen, ab. Die Strasse zwischen Laupen und Bösingen führte unten durch, das heutige Dorf war damals verkehrstechnisch nicht erschlossen. Auf dem Dorfplan 1751 ist die Strasse Tuftera durch die Hohle beim Bauernhaus Bucheli weiter Richtung Bachtela ersichtlich. Mit dieser Strasse wurde der Dorfkern um die beiden Kirchen an das Verkehrsnetz angeschlossen. Der Bau des ersten Schulhauses (1802 erstellt, zur Erweiterung des Friedhofs 1962 abgerissen), die Eröffnung einer Post und der Bank brachte Leben ins Dorf. Doch erst mit dem Bau der Kantonalstrasse Laupen – Tuftera – Dorf - Riederberg von 1888 - 1890 begann sich das heutige Dorf zu entwickeln. Der Bau der Käserei (1891), der Wirtschaft „Drei Eidgenossen“ (1905), der Post (1927) und der Bank SLK (1858) - diese wurde 1994 von der Raiffeisenbank übernommen - trugen zur Dorfentwicklung bei.
Der Dorfkern ist als Ganzes von der Schweizerischen Denkmalpflege als Ortsbild von nationaler Bedeutung klassiert.

Bevölkerung
Im Jahre 1447 zählte das damalige Gebiet der Gemeinde Bösingen 188 Einwohner. Um 1850 betrug die Einwohnerzahl 1163. Nun wuchs die Gemeinde stetig, bis 1976 ca. 2400 Einwohner das Gemeindegebiet bevölkerten. Die Volkszählung 1980 ergab 1800 Bewohner. Was war geschehen?
1977 wurde der „Obere Schrot“ Staffels, Balsingen, Amtmerswil, Nussbaumen, Blumisberg und andere Weiler an die Gemeinde Wünnewil-Flamatt abgetreten. Damals war im Bereich des Golfplatzes die Gemeinde Ueberstorf der direkte Nachbar. Das änderte sich mit dieser grossen Grenzkorrektur. Denn ca. 1/4 Fläche und 1/4 der Einwohner (600) wechselten zur Nachbargemeinde Wünnewil-Flamatt. Die Abtrennung wurde wegen der geographischen Entfernung, der Zugehörigkeit zu einem andern Pfarrkreis sowie einem andern Schulkreis vollzogen; nicht zuletzt sind es auch kulturelle und gesellschaftliche Gründe, welche diesen Schritt stützten.
Heute zählt Bösingen 3'403 Einwohner. Die Nähe zur Agglomeration Bern, der günstige Wohnraum und die guten Bahnverbindungen in die Hauptstadt sind für Neuzuzüger attraktiv. Der interessante Steuersatz von 76 Rp. hat ebenfalls zur Attraktivität beigetragen.

Wappen
Die obere Hälfte zeigt einen wachsenden Pferdekopf auf Gold. Auf der unteren Hälfte sind auf Rot eine goldene Egge und zwei Jakobsmuscheln dargestellt.
Das Wappen von Bösingen ist seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Doch wurden die Egge und die beiden Jakobsmuscheln später beigefügt. Diese Figuren fanden sich einst auf dem Banner der Militärkompanie Bösingen im 15. Jahrhundert.

Die Bedeutung der Jakobsmuscheln
Die Pfarrkirche von Bösingen ist dem Heiligen Apostel Jakob dem Älteren geweiht.
Sein Grab befindet sich in Santiago de Compostela im Norden von Spanien. Dieser Ort ist schon seit dem Mittelalter eine der wichtigsten Pilgerstätten des Christentums. So führten verschiedene Pilgerstrassen durch ganz Europa zu diesem berühmten Wallfahrtsort. Diese Reise auf den Pilgerstrassen oder Jakobswegen war beschwerlich und dauerte mehrere Monate. Gewisse Orte an den Pilgerwegen versorgten die Pilger und gaben ihnen Unterkunft - zu diesen Orten gehörte auch Bösingen. Von der Wallfahrt brachten die Pilger oft Jakobsmuscheln zurück; denn Santiago ist nur 20 km vom Meer entfernt.

Die Kirchen von Bösingen
Bösingen war wohl die erste christliche Ortschaft des unteren Sensebezirks. Schon um das Jahr 935 liess hier die burgundische Königsfamilie eine erste Kirche bauen – die St. Syruskirche. 1890 wurde sie abgebrochen, um an ihrer Stelle die Käserei zu erstellen. Eine Gedenktafel mit dem ehemaligen Turmkreuz an der Ostfront der Käserei erinnern noch heute an diese Kirche. Die alte Syrusglocke hängt nun im Glockenstuhl der Pfarrkirche und dient als Wetterglocke. In der Friedhofkapelle werden weitere Bestandteile der Syruskirche aufbewahrt; so eine Tonfigur des heiligen Syrus und die Pietà.

Die Friedhofkapelle selbst stammt aus dem Jahr 1836. Sie ist dem Hl. Kreuz geweiht und wurde anstelle einer ersten Kapelle aus dem 16. Jahrhundert erbaut. Im Jahr 2004 wurde sie vollständig restauriert. Bis zur Erstellung der Aufbahrungshalle beim neuen Friedhof im Jahre 2006 diente sie als Aufbahrungskapelle. Der neue Friedhof wurde am 19. Juni 1999 eingeweiht.

Die heutige Pfarrkirche ist dem Heiligen Apostel Jakob dem Älteren geweiht. Die Spätbarockkirche wurde in den Jahren 1788 - 1791 gebaut und ersetzte die alte baufällig gewordene Jakobskirche, welche 1788 abgerissen wurde. Diese Kirche wurde um das Jahr 1250 vom Deutschherrenorden in Köniz/Bern errichtet. Nur der mit Tuffquadern erbaute Turmstumpf aus der Wende des 15./16. Jahrhunderts erinnert noch an die ehemalige Kirche; der Spitzhelm stammt aus dem Jahr 1793. Sein Schindeldach wurde 1984 letztmals neu eingedeckt. Im offenen Glockenstuhl hängt u.a. die grösste Glocke des Sensebezirks; sie stammt aus dem Jahr 1818. Wie Bösingen zur grössten Glocke kam, hat der langjährige Pfarrer Moritz Schwaller aufgrund einer mündlichen Überlieferung in einer Geschichte festgehalten. Die Orgel stammt aus dem Jahre 1844 und wurde von Moritz Mooser gebaut. 1971 erhielt sie im Rahmen einer Restauration wieder ihre ursprüngliche Form zurück, welche sie 1908 durch einen Umbau verloren hatte. Die meisten Deckengemälde sind ein Werk des bekannten Malers Gottfried Locher und stammen aus der Bauzeit; zwei Bilder malte 1971 der Freiburger Maler Raymond Meuwly. Der Hauptalter ist ein Werk von Joseph Moosbrugger aus dem Jahre 1824. 1906 – 1907 wurde das Kirchenschiff durch einen Anbau vergrössert; 1956 – 1957 wurde die ganze Kirche restauriert. 1950 und 1962 wurde der Friedhof zweimal erweitert. Während all dieser Arbeiten stiess man immer wieder auf Überreste aus der römischen Zeit und dem Mittelalter.
In den Jahren 1992 – 1993 erfuhr die Pfarrkirche ihre letzte Gesamtrestauration. An der Einweihung vom 10. Oktober 1993 wurde ebenfalls der durch den Freiburger Künstler Marcel Hayoz neu gestaltete Chorraum mit dem neuen Altar und dem Taufbecken seiner Bestimmung übergeben.
 
Wie Bösingen zur grössten Glocke im Bezirk kam.pdf (161.9 kB)